Während des Studiums fehlt oft die Zeit für beides: für die Arbeits- und die Auslands-erfahrung, die sich Arbeitgeber so gerne von ihren zukünftigen Mitarbeiter:innen wünschen. Mit einem Praktikum im Ausland lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Außerdem lassen sich kulturelle Erfahrungen im Alltag mit denen im Arbeitsleben verbinden.

Angesichts der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine und den dadurch begrenzten Möglichkeiten für die Organisation/Durchführung eines Technologischen Praktikums in ukrainischen Unternehmen kommt dem Praktikum im Ausland, insbesondere in deutschen Betrieben, eine besondere Bedeutung zu.

In der Praxis bedeutet dies, dass der/die Studierende dann mal für sechs Monate z. B. in Deutschland ein Auslandspraktikum macht. Ganz so einfach ist das allerdings mit dem Praktikum in Deutschland nicht. Es gilt vieles zu bedenken. Die Vorbereitungen für die Reise und den Aufenthalt sind umfangreich und umfassen zum Beispiel die Ausstellung eines Visas, die Verfügbarkeit eines gültigen Reisepasses, den Nachweis über diverse Impfungen, eine Bestätigung der Zustimmung der Eltern zur Teilnahme am Praktikum, eine Bescheinigung des Agrarcollege und vieles mehr. Den Auftakt und die Vorbereitungen auf ihr Praktikum haben sich viele Studierende in der Regel ganz anders vorgestellt.

Im kommenden Sommer werden 28 Studierende aus zehn verschiedenen Agrarcolleges der Ukraine auf landwirtschaftlichen Betrieben in Bayern und Baden Württemberg Praktika absolvieren. AgrarKontakte International e. V. (AKI) und das Wissenschaftlich-Methodische Zentrum für die Hochschul- und weiterführende Berufsbildung (WMZ VFPO) organisierten aus diesem Grund am 03. Mai 2024 eine Informationsveranstaltung/einen Workshop zum Thema “Die Organisation des Technologischen Praktikums für ukrainische Studierende auf deutschen Bauernhöfen”, um die Ausgewählten auf ihr Praktikum in Deutschland vorzubereiten.

Die Grundlage für die Zusammenarbeit von WMZ VFPO und AKI bildet die am 6. September 2022 abgeschlossene Absichtserklärung. Das Projekt FABU begleitet das Praktikanten-programm fachlich.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter:innen des WMZ VFPO, von AKI, dem Projekt „Förderung der Berufsbildung an landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine  (FABU)“als Initiator des Auslandspraktikums im Jahr 2018, die 28 Studierenden und deren Eltern, Dozenten:innen der deutschen Sprachkurse und zukünftige Ausbilder:innen teil. Während des Workshops wurden die Teilnehmer:innen umfassend über den Ablauf des diesjährigen Praktikums informiert und zahlreiche Fragen beantwortet.

Des Weiteren wurden die Teilnehmenden darüber informiert, dass das Praktikum durch ein Seminarprogramm begleitet wird. In zwei Seminareinheiten können die fachlichen Kompetenzen weiter ausgebaut werden, aber auch das Netzwerken der Praktikant:innen untereinander sowie  das kulturelle Kennenlernen des Gastlandes und die persönliche Betreuung der Praktikant:innen stehen auf der Agenda dieser Treffen.

Zum erfolgreichen Abschluss des Praktikums gehört das Anfertigen einen schriftlichen Praktikumsbericht. Jeder Praktikant/jede Praktikantin erhält ein Zeugnis, das von den Agrarcolleges anerkannt wird.

Zur Veranschaulichung berichteten drei ehemalige Praktikantinnen ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen in sehr lebendigen Statements von ihren eigenen Erwartungen und Erfahrungen. Sie ermunterten die Teilnehmenden sich den Herausforderungen des Praktikums zu stellen.

Am 20. Mai 2024 werden die Studierenden aus der Ukraine ihre Reise für das sechsmonatige Praktikum zu den Betrieben nach Deutschland antreten und während dieser Zeit von AKI betreut.

 

Viel Erfolg!!!

 

Hans Georg Hassenpflug