Am 19. November 2025 hatte Herr Stephan Framke, Referent im Referat 624 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Vertreterinnen und Vertreter der beiden bilateralen Projekte „Deutsch-Ukrainische Kooperation Ökolandbau (COA)“ und „Förderung der Berufsausbildung an landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine (FABU)“ zu einer gemeinsamen Würdigungsveranstaltung in das Ministerium nach Berlin eingeladen. Retroperspektiv wurde auf die Arbeit der vergangenen Jahre zurückgeblickt und diese gewürdigt.
Zum Kreis der Teilnehmenden gehörten Mitarbeitende
- des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (Referat 624, 625 und 725 sowie der deutschen Botschaft in Kiew)
- des Projekts „Deutsch-Ukrainische Kooperation Ökolandbau (COA)“
- des Projekts „Förderung der Berufsausbildung an landwirtschaftlichen Colleges in der Ukraine (FABU)“ und
- der GFA Consulting Group GmbH in Berlin.
Herr Framke moderierte die hybride Veranstaltung mit mehr als 20 Teilnehmenden.
In ihren Grußworten würdigten Dieter Goertz, Referatsleiter 725, Dr. Ansgar Aschfalk, Agrarattaché an der Deutschen Botschaft in Kiew, und Christoph Gilgen, Referent im Referat 625, sowie Dr. Andreas Gramzow, Programmdirektor bei der GFA in Berlin, die geleistete Arbeit und die wertvollen Ergebnisse der beiden Projekte unter den außergewöhnlich herausfordernden Umständen (Corona-Folgen, Krieg).
Es folgten informelle Projektpräsentationen von COA und FABU.
In der FABU-Präsentation stellten Hans Georg Hassenpflug und Dr. Andriy Getya einleitend fest, dass das Ziel der zweiten Phase des FABU-Projektes die Modernisierung und Internationalisierung der Ausbildung an den Agrarcolleges und den staatlichen Lehrzentren in der Ukraine gewesen sei. Trotz der enormen kriegsbedingten Herausforderungen und der dadurch zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen (z. B. öfter keinen Strom in weiten Landesteilen) können nach vier Jahren intensiver gemeinsamer Tätigkeit und einer sehr guten Zusammenarbeit das Projektteam und die Projektpartner sehr gute Ergebnisse vorweisen.
Durch die enormen Anstrengungen und eine Vielzahl von Aktivitäten ist es gelungen, die berufliche Vorhochschulausbildung an den Pilotcolleges an internationale Standards und die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzupassen. Im Zentrum der Projektarbeit standen dabei drei Arbeits- bzw. Tätigkeitsfelder:
- die rechtlichen Rahmenbedingungen;
- Curricula, Lehrpläne, Lehr- und Lerninhalte mit dem Ziel „Vermittlung von Kompetenzen für die berufliche und persönliche Handlungsfähigkeit“ (Stichworte: Eigenverantwortlichkeit, Selbständigkeit der Studierenden);
- die praktische Ausbildung.
Hassenpflug führte aus, dass in den genannten Arbeits- bzw. Tätigkeitsfeldern die Entwicklung, Einführung, Verstetigung und Verankerung neuer Bildungskonzepte und -inhalte auf der Agenda gestanden habe. Um die neuen Bildungsinhalte in die Unterrichtgestaltung einzuführen, seien die Aus-, Fort- und Weiterbildungen von Fach- und Lehrkräften an den Pilotcolleges und auf den ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben forciert worden.
Getya ergänzte, dass darüber hinaus diverse Fachinformationsfahrten nach Deutschland organisiert wurden, in deren Rahmen hochrangige Delegierte und Lehrkräfte mit verschiedenen deutschen staatlichen Institutionen (Ministerien, Schulen etc.) und Betrieben Erfahrungen austauschten, praktische Herausforderungen diskutierten oder in Fachthemen geschult wurden.
Darüber hinaus habe das Projekt einen wichtigen finalen Beitrag zur Überarbeitung der Bildungsstandards (Inhalte und Methoden) geleistet, so dass diese vom ukrainischen Bildungsministerium mit Schreiben Nr. 3-302-19 vom 1. Juni 2019 für den Praxistest an den Pilotcolleges freigegeben wurden.
Aufgrund der Kriegssituation musste das Projekt vollständig auf digitale Veranstaltungen und Kommunikation umgestellt werden. Eine Einreise von internationalen Kurzzeitexperten war nahezu während der gesamten Projektphase nicht möglich.
Ein Grund, nach Aussage von Hassenpflug, der Öffentlichkeitsarbeit größere Bedeutung beizumessen. So wurde die Internet- und Facebook-Community regelmäßig über alle Projektaktivitäten informiert.
Ein weiterer wichtiger Beitrag des Projektteams sei die Unterstützung der ukrainischen Partner bei der Verbesserung der praktischen Berufs-ausbildung gewesen. So wurden das Technologische Betriebspraktikum auf den landwirtschaftlichen Betrieben neugestaltet und mehr als 250 Studierenden ein 6-monatiges Betriebspraktikum in Deutschland ermöglicht.
Das FABU-Projekt konnte in der zweiten Projektphase, unter Berücksichtigung der durch den Projektrahmen und das politische Umfeld vorgegebenen Restriktionen, die in der Projekt- und Leistungsbeschreibung (PuL) formulierten Zielvorgaben und Ergebnisse zum Teil deutlich übertreffen.
Nunmehr gilt es, die erzielten Ergebnisse nachhaltig abzusichern. Dies bedeutet zum Beispiel Konzepte für
– den Umgang mit der beschleunigten fachlichen Innovation
– die Nutzung der Digitalisierung im Bildungsbereich
– die Qualifizierung des Lehrpersonals an den Agrarcolleges und den Lehrzentren und
– die Finanzierung der beruflichen Vorhochschulausbildung (z. B. Sachmittel und technische Ausstattung)
zu entwickeln und umzusetzen.

Bei all dem gilt es auch, immer den gewünschten EU-Beitritt der Ukraine im Auge zu haben und die Standards der Collegeausbildung an die europäischen Bedingungen heranzuführen (z. B. EQR).
Dem Projekt wird in der extern durchgeführten Evaluierung insgesamt eine sehr professionelle und pragmatische Umsetzung und dem Projektteam ein hohes Engagement in der Umsetzung der Aktivitäten und somit eine beeindruckende Ergebniserreichung bescheinigt.
Wenn die Landwirtschaft auch in Zukunft ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine sein soll, ist nach Aussage der Projektevaluatoren eine nachhaltige politische Begleitung und Gestaltung der beruflichen Vorhochschulausbildung mit internationaler Unterstützung nicht nur wünschenswert, sondern dringend geboten.
Mehr Informationen zum Redebeitrag (Präsentation) finden Sie hier: Präsentation Berlin 19-05-2025.
Die zweite Projektphase endet am 31. Dezember 2025.
Wie es weitergeht?
Da hält es das Projektteam derzeit mit Udo Lindenberg:
Hinterm Horizont geht’s weiter,
ein neuer Tag.
Hinterm Horizont, immer weiter ……
Hans Georg Hassenpflug
Projektleiter