{"id":1371,"date":"2020-08-10T09:00:37","date_gmt":"2020-08-10T09:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/agrarausbildung-ukraine.net\/?p=1371"},"modified":"2020-08-10T09:00:37","modified_gmt":"2020-08-10T09:00:37","slug":"coronakrise-game-changer-auf-den-agrarmaerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agrarausbildung-ukraine.net\/?p=1371","title":{"rendered":"Coronakrise \u2013 Game Changer auf den Agrarm\u00e4rkten?"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Partner, Mitstreiter und Freunde des Projektes FABU,<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die vergangenen Monate haben uns alle vor sehr gro\u00dfe Herausforderungen gestellt. <\/strong>Ungewissheit \u2013 gepaart mit Zukunfts\u00e4ngsten \u2013 und die Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit haben bei uns allen den Alltag sowie unser Denken und Handeln gepr\u00e4gt. Der Coronavirus hat die Grundlagen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinanders auf unbestimmte Zeit ersch\u00fcttert. Die Regierungen versuchen seit Monaten mit milliardenschweren Konjunktur- und Krisenbew\u00e4ltigungsprogrammen die Folgen abzumildern, Kaufanreize zu setzen, zur Genesung der Wirtschaft beizutragen und damit letztendlich Existenzen zu sichern. Es bleibt zu hoffen, dass dies gelingt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir alle waren und sind immer noch auf unterschiedliche Art und Weise von der Krise betroffen: <\/strong>Wir alle haben weltweit ein nicht kontrollierbares Kollabieren unseres Alltags und Zusammenlebens erlebt, wie wir es bisher nicht kannten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aber was passiert danach?<\/strong> Eine Studie des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main geht davon aus, dass die Welt aus dieser Krise lernt und gest\u00e4rkt aus ihr hervorgeht. Nach Meinung der Wissenschaftler werden wir alle resilienter, passen uns besser den Gegebenheiten an und sind flexibler im Umgang mit Ver\u00e4nderungen. Eine Folge der Krise sehen sie darin, dass Unternehmen\/Betriebe neue Gesch\u00e4ftsmodelle brauchen und sich unabh\u00e4ngiger vom Wachstum aufstellen m\u00fcssen. Damit stellt sich die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: Immer mehr Profit? Oder vielleicht doch bessere, sozial und \u00f6kologisch ausgewogenere\/vorteilhaftere Probleml\u00f6sungen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eines ist klar: <\/strong>Wir m\u00fcssen uns mit den Folgen der Krise besch\u00e4ftigen und nach L\u00f6sungen suchen um gest\u00e4rkt aus der Krise zu gehen.<\/p>\n<p>Dies hat die Albrecht-Thaer-Gesellschaft zum Anlass genommen sich in einem<\/p>\n<p>\u201eBrainstorming\u201c mit dem Thema<\/p>\n<p><strong>\u201eNationale und internationale Agrarm\u00e4rkte im Corona-Modus \u2013 Auswirkungen und Konsequenzen f\u00fcr die europ\u00e4ischen\/deutschen Erzeuger\u201c<\/strong><\/p>\n<p>auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie habe die nationalen und globalen Agrarm\u00e4rkte hart getroffen, zeitweise sogar ins Chaos gest\u00fcrzt. Mit dieser Feststellung er\u00f6ffnete Rainer Fabel, Direktor der Albrecht-Thaer-Gesellschaft, das Thaer-Fr\u00fchst\u00fccks 2020, das am 14.Juli 2020 in Hannover stattfand. F\u00fcr die Agrarbranche habe sich dadurch vieles ver\u00e4ndert, erkl\u00e4rte Fabel. Zwar habe sich mittlerweile wieder vieles normalisiert und zum Besseren gewendet, festzuhalten sei aber, dass die M\u00e4rkte extrem nerv\u00f6s seien und bereits auf kleinste Ver\u00e4nderungen reagieren w\u00fcrden. Preise und Handelsstr\u00f6me von Agrarprodukten wie Getreide, Milch, Fleisch, Gem\u00fcse wurden stark beeinflusst, sagte Fabel. Vor diesem Hintergrund sei er besonders gespannt auf die Einsch\u00e4tzung des Agrarberaters Dr. Klaus-Dieter Schumacher, der als Gastredner am Thaer-Fr\u00fchst\u00fcck teilnahm. Schumacher war 25 Jahre in der volkswirtschaftlichen Abteilung bei Toepfer International in Hamburg, anschlie\u00dfend Group Vice President bei der Nordzucker AG und General Manager Agricultural Markets and Strategy bei der BayWa AG. Seit 2016 ist er als freiberuflicher Berater in der Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft t\u00e4tig. Das Thema seines Vortrages lautete: \u201eNationale und internationale Agrarm\u00e4rkte im Corona-Modus \u2013 Auswirkungen und Konsequenzen f\u00fcr die europ\u00e4ischen\/deutschen Erzeuger\u201c.<\/p>\n<p>An den Beginn seines Vortrags stellte Schumacher die These \u201eNicht die aktuelle Coronapandemie, sondern die sich wandelnden gesellschaftlichen und politischen Anforderungen und Rahmenbedingungen sind die Triebkr\u00e4fte des Ver\u00e4nderungsdrucks in der Agrarbranche\u201c. In seinen weiteren Ausf\u00fchrungen untermauerte er diese Aussage mit Daten zum aktuellen nationalen und internationalen Agrarmarktgeschehen am Beispiel der M\u00e4rkte f\u00fcr Getreide, Soja, Raps und Sojabohnen (Preise, Angebots-\u00a0 und Nachfrageentwicklung, Entwicklung der Lagerbest\u00e4nde und der Handelsstr\u00f6me).<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Weltmarktpreise beispielsweise f\u00fcr Getreide- und \u00d6lsaaten h\u00e4tten nach dem Beginn der Coronakrise vor allen Dingen der R\u00fcckgang der Erd\u00f6lpreise, die zunehmende Angst vor einer globalen Rezession sowie die immer noch anhaltenden Handelskonflikte einen gro\u00dfen Einfluss gehabt. \u201eWir haben nicht nur einen, sondern mehrere Einflussfaktoren\u201c, stellt Dr. Schumacher klar. So \u00fcben beispielsweise Risiken und Unsicherheiten bedingt durch das weltweite Witterungsgeschehen (USA, S\u00fcdamerika, Australien)<\/p>\n<ul>\n<li>die immer noch nicht gel\u00f6sten Handelskonflikte USA\/China und USA\/EU<\/li>\n<li>die Wechselkursentwicklungen (USD, EURO, Rubel)<\/li>\n<li>das Wiederaufflammen der Afrikanischen Schweinepest in China<\/li>\n<li>die daraus folgende Entwicklung der Nachfrage nach Schweinefleisch und die damit einhergehende Nachfrage nach Futtermitteln und<\/li>\n<li>die Entwicklung der Weltkonjunktur<\/li>\n<\/ul>\n<p>aus seiner Sicht einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die Weltmarktpreisentwicklung f\u00fcr Getreide aus als die Corona-Pandemie.<\/p>\n<p>Der Einfluss von Corona auf das Marktgeschehen halte sich dagegen in \u00fcberschaubaren Grenzen. Zwar habe es nach einer Phase mit Panikk\u00e4ufen bei einzelnen Grundnahrungsmitteln gr\u00f6\u00dfere L\u00fccken in den Regalen der Superm\u00e4rkte gegeben, aber keine \u201eechten\u201c Versorgungsprobleme. Diese gef\u00fchlten Engp\u00e4sse bei der Versorgung der Bev\u00f6lkerung seien inzwischen l\u00e4ngst behoben. Ursache seien nicht fehlende Rohstoffe, sondern vielmehr die Produktion \u201ejust in time\u201c und die dadurch fehlende Lagerhaltung bei Herstellern und Lieferanten gewesen. Au\u00dfergew\u00f6hnlich sei die aktuelle Marktsituation dennoch. Einerseits erzielten Superm\u00e4rkte Umsatzrekorde bei \u201eVorratsprodukten\u201c wie Kartoffeln, Mehl, Nudeln und Reis. Andererseits f\u00fchrte die komplette Schlie\u00dfung der Gastronomie \u00fcber mehrere Wochen dazu, dass beispielsweise die \u201ePommes-Schiene\u201c zum Stillstand gebracht wurde. Dies beschreibe eine bisher nicht gekannte Ausnahmesituation bei den Handelsstr\u00f6men.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sieht Schumacher allerdings ein gro\u00dfes Risiko, dass sich aus der Coronakrise heraus aufgrund nationaler Restriktionen bei der Warenausfuhr zunehmend ein \u201eKonsumnationalismus\u201c entwickele. \u201eDas ist eine f\u00fcr die gesamte Wirtschaft innerhalb der EU und Deutschlands sch\u00e4dliche Diskussion bzw. Entwicklung\u201c, betonte er und f\u00fcgte hinzu: \u201eMit der Coronakrise hat die Politik ein Vehikel in die Hand bekommen, um bisher nur schwer oder nicht realisierbare Ma\u00dfnahmen durchzusetzen.\u201c Der Marktexperte wies exemplarisch auf die aktuelle Debatte in der Fleischbranche hin, die durch die Coronaausbr\u00fcche bei T\u00f6nnies und in anderen Schlachtunternehmen ausgel\u00f6st worden sei.<\/p>\n<p>Perspektivisch betrachtet ist Schumacher \u00fcberzeugt, dass es aufgrund des Wachstums der Weltbev\u00f6lkerung sowie der ver\u00e4nderten klimatischen Bedingungen in Zukunft mehr L\u00e4nder geben wird, die Lebensmittel importieren m\u00fcssen und aktuelle Importl\u00e4nder gr\u00f6\u00dfere Importmengen nachfragen werden. Langfristig werde die Nachfrage am Weltmarkt daher weiter steigen.<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie habe f\u00fcr die deutsche Landwirtschaft auch Chancen er\u00f6ffnet, konstatierte Schumacher. So habe sich zum einen die digitale Transformation beschleunigt und zum anderen sei gro\u00dfen Teilen der Gesellschaft klar geworden, dass die heimische Landwirtschaft qualitativ hochwertige Lebensmittel produziert. \u201eDie Menschen erkennen nun, dass wir Lebensmittel aus Deutschland und Europa brauchen\u201c, sagte Schumacher.<\/p>\n<div style=\"width: 1100px; background-color: #ffffff; border: 4px solid #999;\">\n<td>Die Albrecht-Thaer-Gesellschaft mit Sitz in Hannover will das Andenken an den Mediziner und Agrarreformer Albrecht-Daniel-Thaer (1752 \u2013 1828) der Nachwelt sichern. Neben der Pflege des Erbes von Thaer hat sich der gemeinn\u00fctzige Verein die agrarwissenschaftliche Erforschung und Begleitung des Landes Niedersachsen auf seine Fahnen geschrieben. In der Gesellschaft sind rund 800 verdiente Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Agribusiness und Landwirtschaft organisiert und bilden einen \u201eThink Tank\u201c besonderer G\u00fcte der nieders\u00e4chsischen Agrarwirtschaft. Direktor der Gesellschaft ist seit 2017 der Landwirt Rainer Fabel (Suhlendorf) und Sekret\u00e4r\u00a0 seit 2014 Hans Georg Hassenpflug (Dohren).<\/td>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDennoch, die Gesellschaft hat sich ver\u00e4ndert, das m\u00fcssen wir anerkennen und uns entsprechend anpassen,\u201c meinte der Experte mit Blick auf k\u00fcnftige Marktentwicklungen \u2013 auch jenseits von Corona. \u00a0So werde es beispielsweise in den n\u00e4chsten Jahren deutliche Ver\u00e4nderungen in der Tierhaltung und Fleischerzeugung geben. Ob dies kurz- und mittelfristig auch zu einer grundlegenden Neuausrichtung der Verbrauchsgewohnheiten (Trend zu regional\/lokal erzeugten Lebensmitteln, mehr \u201eBio\u201c, weniger Fleisch etc.) f\u00fchren wird, bezweifelte er. Zwar erwartet er stark unterschiedliche Entwicklungen in den verschiedenen Sektoren, mit geringen Auswirkungen auf \u201ecommodities\u201c wie Getreide und eine st\u00e4rkere Betroffenheit der Sektoren Obst und Gem\u00fcse oder des Fleischsektors. Alle diese Entwicklungen seien jedoch kein Anlass, aus der Globalisierung der Agrarm\u00e4rkte auszusteigen.<\/p>\n<p>Inwieweit sich die in der Coronakrise h\u00e4ufig zu findenden Schlagworte wie<\/p>\n<ul>\n<li>Neuausrichtung der Lieferketten (mehr Regionalit\u00e4t),<\/li>\n<li>Ausdehnung der Lagerhaltung (h\u00f6here Krisenreserven) oder<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Steigerung der Selbstversorgung (gr\u00f6\u00dfere Unabh\u00e4ngigkeit vom Weltmarkt),<\/li>\n<\/ul>\n<p>tats\u00e4chlich als Triebkr\u00e4fte f\u00fcr nachhaltige Ver\u00e4nderungen erwiesen, bleibe abzuwarten. Vor dem Hintergrund bisheriger Erfahrungen sei dies aber eher unwahrscheinlich. Die wesentlichen Triebkr\u00e4fte des Ver\u00e4nderungsdrucks in der Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft blieben die ver\u00e4nderten gesellschaftlichen und politischen Anforderungen, stellte der Referent abschlie\u00dfend fest.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der sich an den Vortrag anschlie\u00dfenden Diskussion drehte sich um die Frage: Was kann die Landwirtschaft aus Corona lernen?<\/p>\n<p>Einig war sich die Diskussionsrunde, dass die Landwirtschaft in den ersten Wochen nach dem \u201eShutdown\u201c so gut wie gar nicht betroffen war. Es stellte sich in der Praxis vornehmlich die Frage, was passiert mit meinem landwirtschaftlichen Betrieb, wenn bei mir direkt oder im unmittelbaren sozialen Umfeld eine Corona-Infektion auftritt? Im Laufe des April drehte sich dann der Wind f\u00fcr bestimmte Betriebszweige\/Betriebstypen, da z. B. pl\u00f6tzlich die lieb gewonnenen ausl\u00e4ndischen Saisonarbeitskr\u00e4fte (Spargel- und Gem\u00fcseanbauer, etc.) fehlten. Die Masse der landwirtschaftlichen Betriebe war von dieser Entwicklung allerdings nicht betroffen.<\/p>\n<p>Erst gegen Ende des Shutdowns zeigte sich, dass die Landwirtschaft nicht ungeschoren davonkommen wird, weil der konjunkturelle Einbruch der Weltwirtschaft sich nun auch auf die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten auszuwirken begann (Milch- und Schweinepreise im Sinkflug).<\/p>\n<p>Nach Ansicht der G\u00e4ste des Thaer-Fr\u00fchst\u00fccks erfolgte zu diesem Zeitpunkt bei vielen Betroffenen der Reflex, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell zu \u00fcberpr\u00fcfen: Vielen stellte sich die Frage: Ist mein Betrieb richtig und krisenfest aufgestellt? F\u00fcr viele habe sich der eherne Grundsatz \u201eLiquidit\u00e4t kommt vor Rentabilit\u00e4t\u201c wieder einmal best\u00e4tigt. Es sei eschreckend gewesen zu sehen, wie gerade gro\u00dfe, bisher profitable Unternehmen diesen Grundsatz komplett missachtet h\u00e4tten und als erste staatliche Kredite in Milliardenh\u00f6he in Anspruch nehmen mussten.<\/p>\n<p>Und noch eins wurde in der Aussprache deutlich: Neben einer ausreichenden Liquidit\u00e4t gilt es, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell immer im Blick zu haben. Jahrelang hie\u00df die durch die Beratung unterst\u00fctzte und gef\u00f6rderte Strategie f\u00fcr viele landwirtschaftliche Betriebe Wachstum und Spezialisierung, um die Kostenf\u00fchrerschaft im jeweiligen Segment, z. B. in der Milcherzeugung, zu erreichen. Die zu erwartenden Spezialisierungsgewinne tendierten jedoch irgendwann gegen null, die Kurve der \u201eeconomies of scale\u201c flache sich merklich ab. Sp\u00e4testens dann stelle sich die Frage \u201eWas nun &#8211; weiter spezialisieren oder doch diversifizieren?\u201c<\/p>\n<p>Die klassischen Agrarm\u00e4rkte sind au\u00dferordentlich volatil. Ertr\u00e4ge aus Einkommenskombinationen (Diversifikation) dagegen beinhalteten h\u00e4ufig auch mehr oder weniger feste Gr\u00f6\u00dfen und sind damit kalkulierbarer, lautete ein Argument. Fatal werde es in der Praxis dann, wenn die Risiken der Spezialisierung die \u201eeconomies of scale\u201c auffressen. Sp\u00e4testens jetzt m\u00fcsse das Gesch\u00e4ftsmodell hinterfragt werden.<\/p>\n<p>Gerhard Schwetje, Pr\u00e4sident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, stellte vor dem Hintergrund dieser Diskussion fest, dass die Landwirte ein Gesch\u00e4ftsmodell ben\u00f6tigten, das auch und besonders die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen impliziere. Positiv formulierte es abschlie\u00dfend Rainer Fabel: \u201eEs gibt einen Wandel der gesellschaftlichen Anforderungen. Diesen Wandel sollte die Landwirtschaft als Chance sehen und nutzen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Epilog<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis, die Beurteilung und Planung von landwirtschaftlichen Unternehmen sowie die Entwicklung eines tragf\u00e4higen und nachhaltigen Gesch\u00e4ftsmodells sind betriebswirtschaftliche Bewertungen von Produktionsverfahren unerl\u00e4sslich. Dazu sind reale und belastbare Daten erforderlich. Die Qualit\u00e4t der bisher verf\u00fcgbaren betriebswirtschaftlichen Datenbasis in der Ukraine ist daf\u00fcr nicht geeignet.<\/p>\n<p>Fehlende sachgerechte betriebswirtschaftliche Informationen auf der Ebene der Produktionsverfahren behindern nicht nur die Betriebsplanung sondern auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung und f\u00fchren zu einer praxisfernen Darstellung der Produktionsm\u00f6glichkeiten und \u00a0\u00a0-bedingungen.<\/p>\n<p>Die Komponente \u201eUnterst\u00fctzung der betriebswirtschaftlichen Datensammlung f\u00fcr den vorhandenen Masterstudiengang Agrarmanagement\u201c (UFMD) des Projektes FABU hat sich daher zum Ziel gesetzt die aufgezeigten Defizite zu beheben, um ein wichtiges Werkzeug des landwirtschaftlichen Managements zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die NULESU in Kiev, die SNAU in Sumy, \u00a0die MNAU in Mykolayiv und die NUWME in Rivne arbeiten gemeinsam an dieser Ma\u00dfnahme\/Aufgabe. \u00a0Im Jahr 2019 wurde mit der On-farm Datensammlung auf 29 Betrieben begonnen. Erste Ergebnisse sind erfolgversprechend. So konnten mit Hilfe der gewonnenen Daten bereits im Jahr 2019 an der NULESU Deckungsbeitr\u00e4ge in 3 Studieng\u00e4ngen, an der SNAU in 4 Studieng\u00e4ngen, an der MNAU in 4 Studieng\u00e4ngen und an der NUWME in 3 Studieng\u00e4ngen berechnet werden. Der Anfang ist gemacht. Keine schlechten Voraussetzungen um zuk\u00fcnftig die Produktions- und Marktsteuerung sowie Unternehmensentwicklung in der Betriebspraxis und der Ausbildung qualitativ besser und zielgerichteter durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hans Georg Hassenpflug, Projektleiter FABU und Sekret\u00e4r der Albrecht Thaer Gesellschaft<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Partner, Mitstreiter und Freunde des Projektes FABU, \u00a0 Die  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":54,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1371","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Coronakrise \u2013 Game Changer auf den Agrarm\u00e4rkten? 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